Geschichte und Entwicklung

  • 1940 - 1950

    1940 - 1950

    In den 1940er Jahren war Alfred Tomatis Leiter des Akustiklabors der französischen Luftfahrtsbehörde. Im Rahmen dieser Tätigkeit untersuchte er Fabrikarbeiter, die unter berufsbedingter Schwerhörigkeit litten. Dabei entdeckte er, dass die Veränderungen des Hörvermögens immer zusammen mit einer stimmlichen Beeinträchtigung auftraten. Zur gleichen Zeit behandelte er auch Sänger mit Stimmproblemen und fand anhand der mit ihnen erstellten Audiogramme heraus, dass sie exakt das gleiche audiometrische Profil aufwiesen wie die Arbeiter. Bei den Sängern war die Stimme in Mitleidenschaft gezogen, weil sie das Gehör geschädigt hatten. Alfred Tomatis erkannte und betonte sofort diese audio-vokale Verbindung, nach der „die Stimme nur diejenigen Frequenzen enthält, die das Ohr hört“.

  • 1957 - 1960

    1957 - 1960

    Zur gleichen Zeit wurden die „TOMATIS-Gesetze“ bei der Akademie der Wissenschaften in Paris eingereicht.

    Diese Gesetze stellen eine Verbindung her zwischen Gehör und Phonation und, im weiteren Sinne, zwischen Zuhören und Kommunikation. Im Lauf seiner Forschungstätigkeit entwickelte Alfred Tomatis eine Pädagogik, die einen Sänger mit stimmlichen Defiziten in die Lage versetzt, alle seine stimmlichen Qualitäten wieder voll herzustellen. Das pädagogische Mittel, das Tomatis zu diesem Zweck entwickelte, war ein Gerät zur Stimulierung des Ohrs mit Hilfe einer elektronischen Schaltung zur Klangumschaltung: das so genannte „Elektronische Ohr“.

    Im Jahr 1958 stellte er das erste Elektronische Ohr auf der Weltausstellung in Brüssel vor und erhielt für seine Erfindung die Goldmedaille für wissenschaftliche Forschung.

  • 1960 - 1970

    1960 - 1970

    Die Verarbeitung der akustischen Information durch das Ohr und das Gehirn hat auch eine gefühlsmäßige Dimension. Erst dadurch wird es möglich, bloßes Hören vom aktiven Zuhören zu unterscheiden. Mit dieser Erkenntnis erweiterten sich die Anwendungsgebiete der TOMATIS-Methode beträchtlich: Sie wird nun auch bei emotionalen Problemen, Lernstörungen und Sprachstörungen eingesetzt. Außerdem verläuft auch das Lernen einer Fremdsprache, so erkannte Tomatis, über die Wahrnehmung und Integration ihrer Musikalität (Rhythmus, Klangfülle, Timbre,…). In den 1960er Jahren wird das Elektronische Ohr um eine Reihe von zusätzlichen Parametern erweitert, mit denen eine Feineinstellung des Geräts entsprechend der individuellen Problematik des Klienten möglich ist.

    Zur gleichen Zeit erscheint 1963 das erste Buch von Alfred Tomatis, „L’oreille et le langage“ (Ohr und Sprache) und macht seine Forschungen einem großen Publikum zugänglich.

  • 1970 - 1980

    1970 - 1980

    In den 1970er Jahren werden die Kopfhörer des Elektronischen Ohrs zusätzlich zur klassischen Luftschallleitung auch mit einer Knochenschallleitung ausgestattet. Dadurch werden die Übermittlung des Klangs und seine Verarbeitung im Gehirn weiter verbessert. Parallel zu dieser technischen Neuerung entwickelt Tomatis einen Apparat (TLTS), mit dem sich spezifische Hörtests durchführen lassen, die der Evaluierung des aktiven Hörvermögens dienen. Damit lässt sich für jede Person ein individuelles Hörprofil erstellen.

    Zu dieser Zeit werden mehrere Bücher publiziert, darunter der Bestseller „L’Oreille et la Vie“ (Das Ohr und das Leben), erschienen 1977. Um eine erfolgreiche Entwicklung der TOMATIS-Methode zu ermöglichen, wird ein Ausbildungszentrum für Therapeuten aus Frankreich, Kanada und der Schweiz geschaffen. Einige Jahre später werden bereits Therapeuten aus aller Welt in diesem Zentrum ausgebildet.

  • 1980 - 1990

    1980 - 1990

    In den 1980er Jahren erfährt die TOMATIS-Methode eine beträchtliche internationale Verbreitung durch die Eröffnung von Ausbildungszentren in vielen europäischen Ländern sowie in den USA und Mexiko.

    Durch weitere Forschung und technologische Fortschritte wird das Elektronische Ohr perfektioniert. So werden neue Parameter, wie z.B. Retard, Präzession, die Lateralität und weitere Filter integriert.

    Weitere Sachbücher zu diesem Thema werden publiziert, z.B. „L’Oreille et la voix“ (Ohr und Stimme), „Pourquoi Mozart?“ (Warum Mozart?), „Les Troubles scolaires“ (Schulschwierigkeiten), “9 mois au Paradis“ (9 Monate im Paradies)…

  • 1990 - 2000

    1990 - 2000

    In den 1990er Jahren vollzieht sich mit der Standardisierung der Anwendungsprogramme eine bedeutende Wende. Damit kann die TOMATIS-Methode nun weltweit in standardisierter und qualitativ gleichwertiger Form angeboten werden.

    TOMATIS geht eine Partnerschaft mit dem berühmten Institut für Physiologie und Pathologie des Ohrs in Warschau unter der Leitung von Professor Skarzynsky ein – ein weiterer Garant für Ansehen und Professionalität der TOMATIS-Methode.

  • 2000 - 2005

    2000 - 2005

    Zwischen 2000 und 2005 steht auch die TOMATIS-Methode ganz im Zeichen der rasanten technologischen Entwicklungen. Die Analogtechnologie weicht der Digitaltechnologie. Dadurch werden die Klangqualität der Geräte, ihre Zuverlässigkeit und Präzision erheblich gesteigert. Dies ermöglicht es von nun an, die Dauer der Hörprogramme mit dem Elektronischen Ohr deutlich zu verkürzen, und zwar ohne ihre Wirksamkeit zu mindern. Am 25. Dezember 2001 stirbt Alfred Tomatis, nachdem er die Leitung an seinen Sohn Christian Tomatis und seinen Mitarbeiter Thierry Gaujarengues übergeben hat. Diese gründen gemeinsam die Gesellschaft TOMATIS DEVELOPPEMENT S.A.

    Gleichzeitig wird der Berufsverband IARCTC gegründet, in der sich die weltweit ausgebildeten Tomatis-Fachkräfte zusammenschließen.

  • 2005 - 2010

    2005 - 2010

    Zwischen 2005 und 2010 wird im Zuge der fortschreitenden Verkleinerung der technologischen Geräte ein innovatives, mobiles Tomatis-Gerät entwickelt: SOLISTEN. Dieses Gerät reproduziert detailgenau den TOMATIS-Effekt, bietet aber die Möglichkeit, die Hörtrainingssitzungen zuhause durchzuführen. Es ist über qualifizierte, ausgebildete Therapeuten verfügbar.

    In diesen Jahren werden dank der Finanzierung durch die EU insgesamt 220 öffentliche und private Schulen mit Tomatis-Geräten ausgestattet, um schulischem Versagen entgegenzuwirken.

  • 2010 - 2015

    2010 - 2015

    Seit 2010 werden jedes Jahr mehr als 30 Ausbildungslehrgänge in allen Teilen der Welt angeboten. TOMATIS DEVELOPPEMENT S.A. bemüht sich weiterhin, die Methode leichter zugänglicher, verständlicher und natürlich immer effektiver zu gestalten.

1940 2010
Alfred Tomatis
Die Tomatis®-Methode wurde von Alfred TOMATIS (geb. 1. Januar 1920, gest. 25. Dezember 2001), einem französischen Facharzt für Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten entwickelt. Er widmete einen bedeutenden Teil seiner Forschungstätigkeit der Untersuchung der Beziehungen zwischen Gehör und Stimme und zunehmend auch der Beziehung zwischen Zuhören und Kommunikation.
Seine Entdeckungen machte er am Physiologie-Labor der Sorbonne und stellte sie in den Jahren 1957 und 1960 der Akademie der Wissenschaften und der Akademie für Medizin in Paris vor.

Die folgenden Erkenntnisse wurden nach ihm TOMATIS®-Gesetze genannt :
• Die Stimme enthält nur die Frequenzen, die das Ohr hören kann.
• Wenn das Hören verändert wird, ändert sich unmittelbar und unbewusst auch die Stimme.
• Es ist möglich, die Phonation durch eine über einen gewissen Zeitraum andauernde Stimulierung des Gehörs dauerhaft zu verändern (Remanenzgesetz).

Tomatis Développement S.A. setzt die Tradition des Erfinders der Tomatis®-Methode fort und ist zugleich bestrebt, die Methode mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und fortschrittlicher Technologien leichter verständlich, zugänglicher und natürlich effektiver zu gestalten.
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